//Dividende trotz Krise: Bei welchen Aktien Sie die besten Renditen bekommen

Dividende trotz Krise: Bei welchen Aktien Sie die besten Renditen bekommen

Fast 14 Prozent möglich: Dividende trotz Corona-Krise: Bei welchen Aktien Sie die besten Renditen bekommen

Trotz sinkender Aktienkurse halten viele deutsche Konzerne an ihren Dividendenversprechen fest. Das führt in einigen Fällen zu irren Renditechancen von mehr als acht Prozent. Aber Vorsicht: Es gibt einige Haken.

Rund 57,13 Milliarden Euro schütteten die rund 600 an Deutschlands Börsen gelisteten Konzerne im vergangenen Jahr als Dividenden an ihre Aktionäre aus. Das war ein Rekord, der sich dieses Jahr nicht wiederholen wird. Auf Grund des durch die Corona-Krise ausgelösten Börsen-Crashs müssen viele Konzerne auch an ihren Ausschüttungen sparen.

Von den 160 in Dax, MDax, TecDax und SDax gelisteten Konzernen werden mindestens 43 keine Dividende in diesem Frühjahr auszahlen. Darunter sind 20, die dies vergangenes Jahr noch taten. Aus dem Dax haben etwa die Deutsche Bank, die Lufthansa und MTU Aero Engines ihre Dividende für 2020 gestrichen.

Insgesamt werden die Ausschüttungen nach jetzigem Stand um rund 18 Prozent sinken. Das ist aber nur der Durchschnittswert über alle 160 Unternehmen. Darunter sind viele, die trotz Corona-Krise an ihren Dividendenzahlungen festhalten oder diese sogar erhöhen. Technisch gesehen ist das nicht verkehrt, schließlich sind die jetzt ausgezahlten Dividenden die Beteiligungen für den Jahresgewinn im vergangenen Jahr – also aus der Vorkrisenzeit.

Was Sie bei den hohen Renditen beachten müssen

Weil die Kurse aber mittlerweile kräftig gesunken sind, ergeben sich bei einigen Konzernen irre Dividendenrenditen. Die berechnen Sie, indem Sie die Dividende pro Aktie durch den Kaufpreis teilen. Die Dividendenrendite entspricht dann – sehr simpel ausgedrückt – den Zinsen, die Sie für Ihre Aktien bekommen.

Allerdings hat die hohe Rendite einen Haken: Am Auszahlungstag wird der Aktienkurs um die Höhe der Dividende verringert. Wer jetzt also eine Dividendenrendite von zehn Prozent auszahlt, verliert am Stichtag auch zehn Prozent seines Kurses. Das wäre in normalen Zeiten kein Problem, doch in einer Börsenkrise wie jetzt muss ein solcher Verlust erst einmal wieder hereingeholt werden. Möglicherweise kassieren Sie also eine hohe Dividendenrendite, bezahlen das aber mit längerfristigen Kursverlusten.

Nichtsdestotrotz sind hier die deutschen Aktien, die aktuell die besten Renditen bieten. Offiziell festgelegt werden diese bei der jeweiligen Jahreshauptversammlung. Die genaue Höhe kann bis dahin also noch schwanken.

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1. Aareal Bank – 13,6 Prozent

Die im MDax gelistete Bank hat ihr Geschäftsjahr 2019 mit einem Gewinn von 161 Millionen Euro abgeschlossen. Daran sollen Aktionäre mit 2 Euro pro Aktie beteiligt werden, 10 Cent weniger als im Vorjahr. Aktuell kostet eine Aktie der Aareal Bank aber nur 14,71 Euro.

Allerdings kündigte der Vorstand an, die Auszahlung der Dividende vorerst auszusetzen. Sie soll zwar bei der JHV am 27. Mai beschlossen werden, wird aber erst ausgeschüttet, wenn die Corona-Krise vorbei ist, also möglicherweise erst zum Jahresende.

2. ProSieben Sat1 Media – 11,7 Prozent

Stand jetzt zahlt ProSieben Sat1 bei seiner JHV am 10. Juni eine Dividende von 85 Cent pro Aktie aus. Das wäre gut ein Viertel weniger als noch vor einem Jahr, obwohl der Jahresgewinn 2019 von 248 auf 413 Millionen Euro gestiegen ist.

Allerdings: Der Medienkonzern feuerte vergangene Woche seinen CEO Max Conze. Neuer Boss ist der bisherige Finanzchef Rainer Beaujean. Allgemein wird erwartet, dass er die Ausgaben senken wird und die Dividende für 2019 noch streicht.

3. Freenet – 10,4 Prozent

Der Mobilfunkanbieter Freenet ist auch in normalen Börsenzeiten ein Dividenden-Tier. Schon im vergangenen Jahr lag die Rendite bei rund acht Prozent, in den vergangenen fünf Jahren unterschritt sie nur einmal knapp die Fünf-Prozent-Marke.

In diesem Jahr soll die Auszahlung stabil bei 1,65 Euro pro Aktie bleiben. Das bekräftigte der Vorstand erst vergangene Woche. Bei einem auf aktuell 15,82 Euro gesunkenen Kurs ergibt das eine zweistellige Dividendenrendite, wenn Sie jetzt zuschlagen. Offiziell beschlossen wird die Dividende erst bei der JHV am 20. Mai.

4. Corestate Capital Holding – 9,9 Prozent

Umsatz gesteigert, Gewinn auf demselben Niveau gehalten. Bei Immobilieninvestor Corestate Capital sieht der Vorstand derzeit keinen Grund, die Dividende zu senken. Im Gegenteil: Aktionäre sollen für 2019 sogar 2,60 Euro erhalten, zehn Cent mehr als im Vorjahr.

Einziger Wermutstropfen: Die Auszahlung verschiebt sich auch hier. Eigentlich sollte sie auf der Jahreshauptversammlung am 29. April beschlossen werden. Doch die wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Einen neuen Termin gibt es noch nicht. Da Corestate in Luxemburg registriert ist, muss der aber vor dem 30. Juni liegen.

Corestate Capital Holding S.A

5. Hochtief – 8,9 Prozent

Erst gestern schickte der Essener Baukonzern die Einladungen zu seiner Jahreshauptversammlung am 28. April hinaus. Darin wurde noch einmal bekräftigt, dass die Dividende in diesem Jahr von 4,95 auf 5,80 Euro steigen soll – obwohl sich der Aktienkurs seit Neujahr auf 65,10 Euro halbiert hat. Ausgezahlt wird die Dividende nach den Vorstandsplänen am 6. Juli.

Hochtief

6. Covestro – 8,6 Prozent

Ein Dax-Konzern schafft es denn auch in diese Liste. Chemieriese Covestro hat angekündigt, trotz Corona-Krise sowohl seine JHV am 17. April abzuhalten als auch dort eine Dividende von 2,40 Euro pro Aktie zu beschließen. Die wird dadurch attraktiv, dass der Aktienkurs von Covestro in diesem Jahr schon um 47 Prozent auf zuletzt 27,90 Euro gesunken ist.

Zwar hat der Vorstand zuletzt Mitte März angekündigt, die weitere Situation rund um Corona zu beobachten, bis jetzt gibt es aber keine Ankündigungen, dass sich an Zeitpunkt und Höhe der Dividende irgendetwas ändern könnte.

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